Interkulturelle Lesung: Belarus - liTERatuRA INCOGNITA

Lesung und Diskussion mit Julia Cimafiejeva und Alhierd Bacharevič
Zwei der bedeutendsten zeitgenössischen belarusischen Autor*innen, die seit Ende 2020 im Exil leben, präsentieren ihre jüngsten Bücher in deutscher Übersetzung, reflektieren über die aktuelle Situation in Belarus, Sprache(n) als Medium und Identität und die (Ohn)macht der Literatur und erzählen ihre eigenen Exil-Geschichten.
Gelesen wird aus Alhierd Bacharevics Romanen „Europas Hunde“ und „Das letzte Buch des Herrn A.“, sowie dem Gedichtband „Der Angststein“ von Julia Cimafiejeva. Die Veranstaltung findet auf deutscher und englischer Sprache statt, gelesen wird stellenweise auch auf Belarusisch, sodass die beiden Lesenden uns auch mit der belarusischen Sprache bekannt machen.
Ein Büchertisch ist vorgesehen.
Alhierd Bacharevič ist ein belarusischer Schriftsteller. Er hat mehrere Romane und Essaysammlungen publiziert, seine Bücher sind ins Deutsche, Englische, Russische, Polnische und weitere Sprachen übersetzt worden. 2017 erschien sein Hauptwerk, der 900-seitige Roman „Europas Hunde“.
Das Buch wurde in London, Berlin, Paris und Adelaide als Theaterstück inszeniert. 2024 erschien der Roman in deutscher Übersetzung und wurde im März 2025 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt. Alhierd Bacharevič wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet („Buch des Jahres“, Erwin-Piscator-Preis, English PEN-Award u.a.). Zwei seiner Bücher sind in Belarus als „extremistisch“ eingestuft und verboten, alle seine Werke sind in der Heimat aus den Buchhandlungen und Bibliotheken rausgeworfen worden.
Julia Cimafiejeva ist eine belarusische Dichterin und Übersetzerin. Sie hat mehrere Gedichtbände publiziert, u.a „Der Angststein“ und „Zirkus“. Ihr „Minsk.Tagebuch“ über den Alltag während der Proteste in Belarus 2020, im Original auf Englisch geschrieben, wurde ins Deutsche, Niederländische, Schwedische und andere Sprachen übersetzt.
Ihr Buch „Motherfield: Poems & Belarusian Protest Diary“ erschien in den Vereinigten Staaten 2022 und gelangte auf die Short-List für die Derek-Walkott-Prize sowie die Long-List des PEN America Awards. Cimafiejeva selbst übersetzt Lyrik aus dem Englischen und Norwegischen und andere Sprachen. Sie wurde mit dem Carlos-Cherman Preis für ihre Übersetzungen geehrt. 2025 hat Julia Cimafiejeva ein Stipendium des DAAD für Autoren (Berliner Künstlerprogramm) erhalten und lebt zur Zeit in Berlin.
Die Veranstaltung wird von den Freunden der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund e.V. ermöglicht.
Spenden sind erwünscht.
Fremd-/Mehrsprachig
Deutsch, Englisch, Belarusisch