Neue Bäume für die Stadt

Ist mit unserer Stadtvegetation noch alles in Ordnung? Diese Frage darf man sich als Bürger*in angesichts deutlich wahrnehmbarer Auswirkungen globaler Klimaveränderungen insbesondere auf innerstädtische Lebensbereiche durchaus stellen.
Straßenbäume entlang der Verkehrsadern aber auch solche in engen Wohnquartieren und Innenstadtlagen haben es deutlich schwerer als ihre Artgenossen in der freien Natur. Autoabgase, Feinstaub, Streusalz, Hundeurin, Baumaßnahmen – allesamt Stressfaktoren, die in zu kleinen Baumscheiben bei Sommertrockenheit und zunehmender Hitzebelastung nur schwer zu verkraften sind. Die Anfälligkeit für weitere Stressoren und Krankheiten steigt, die Lebenserwartung unserer Straßenbäume reduziert sich drastisch.
So weisen seit 2007 die Bestände der Dortmunder Kastanien stadtweit jährlich zunehmende erhebliche Schadsymptomatiken auf. Die Schäden werden von einer Infektion mit dem Bakterium 'Pseudomonas syringae pv. aesculi' und nachfolgenden Pilzinfektionen auf Grund geschwächter Vitalität ausgelöst. Die Kastanien werden dadurch in der Regel in wenigen Vegetationsperioden zum Absterben gebracht. Auch Massariabefall und das Eschentriebsterben bedrohen den Dortmunder Baumbestand.
Das hat - damals noch das Tiefbauamt, heute das Grünflächenamt - veranlasst, im Rahmen eines ämterübergreifenden Arbeitskreises aktuelle Zustände zu ermitteln, den Arbeitsweisen der Vergangenheit auf den Grund zu gehen und eine Handlungsstrategie zur Verbesserung der Lebensbedingungen des Dortmunder Grüns in Zeiten des Klimawandels zu entwickeln. Zusammen mit diesen Grundvoraussetzungen sollen die Auswahl und Langzeitbeobachtung von potentiellen 'Zukunftsbäumen' den langfristigen Erfolg für die dauerhafte gesunde Durchgrünung der innerstädtischen Freiräume sichern. Fakt ist: den einen idealen Stadtbaum gibt es sicher nicht. Jeder Standort hat andere Bedingungen auf die die Baumartenwahl bestmöglich abzustimmen ist. Dabei ist zur Beurteilung der zukünftigen Eignung die langfristige Dokumentation der Testgehölze und Teststandorte ebenso notwendig wie entscheidend.
Den Gremien wurde aktuell eine Konzeption zur Neuanlage der Wallringbepflanzung nach dem Kastaniensterben zusammen mit einem Ergebnisbericht zum Thema "Klimawandelfolgen und ihre Auswirkungen auf die Stadtvegetation Zeitraum Oktober 2015 bis Juli 2016" zur Kenntnis gegeben.
Zum Thema
Im weiteren Verfahren soll der Erfahrungsaustausch mit Fachkolleg*innen anderer Kommunen, Baumschulen und weiteren Akteur*innen intensiviert werden. Interessierte Fachleute wenden sich an: